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Mallorca 1 - Touren zum Träumen
Die Liebhaber der schönen
Balearin schwören es: Von Mallorca kann man nie genug kriegen. Immer
wieder ist die Insel für Überraschungen gut, zeigt ihre Reize
stets in neuem Licht. Ganz treue Anhänger nähern sich ihrem Herzen
am liebsten zu Fuß. Winfried Schwarzer beschreibt Wanderwege
ins Paradies...
Bunyola - Orient - Castillo de Alaro - Alaro
Dauer: ca. 5 bis 6 Stunden. Erster und letzter Teil Landstraßen,
dazwischen ausgebaute Wanderwege, stellenweise Pfade.
Ausgangspunkt ist das Bergdorf Bunyola,
das man von Palma am einfachsten mit der elektrischen
Eisenbahn Palma-Sóller
erreicht. Vom Bahnhof geht es auf einer Allee nach rechts bergauf.
In wenigen Minuten erreicht man das Ortszentrum. Unmittelbar an der sehr
schönen Hauptplaza beginnt eine schmale Straße mit dem Wegweiser
"Orient - Alaro". Die wenig befahrene Straße führt in vielen
Serpentinen durch sehr schönen Mischwald bis zu einem Sattel, hinter
dem das Hochtal von Orient beginnt. Wenig später erreichen wir die
ersten Häuser von Orient. Im Zentrum lädt das Restaurant (rechts
von der Hauptstraße) zu einer Einkehr ein. Wir verlassen Orient auf
de Straße nach Alaro und treffen nach etwa 20 Minuten auf ein Luxushotel
der Spitzenklasse: Links der Straße wurde ein ehemaliges Herrenhaus zum
Hotel l'Hermitage (mit exquisitem Restaurant) ausgebaut.
Unser Weg führt weiter auf der Landstraße entlang. Wir müssen
jetzt auf einen (beschilderten) Abzweig auf der rechten Seite achten: Hier
verlassen wir die Straße und wandern auf einem gut erkennbaren Pfad
zunächst etwa parallel der Landstraße bergan. Nach etwa 10 Minuten
wendet sich der Pfad nach rechts und wird steiler; in vielen engen Windungen
geht es auf eine Hochfläche unterhalb des Felsmassivs, wo eine (unbewirtschaftete)
Raststelle zum Verweilen einlädt.
Jetzt folgt der letzte, sehr steile Teil
des Aufstieges. Wir wenden uns scharf nach links und folgen einem gut ausgebauten
Pfad; teilweise geht es über Treppenstufen. An einer Verzweigung unmittelbar
vor einer Felswand müssen wir uns nach links wenden; nach rechts führt
der Abstieg nach Alaro, den wir beim Rückweg benutzen werden. Etwa
eine halbe Stunde nach Verlassen des Hochplateaus treten wir durch die
gut erhaltenen Portale ein in das Castillo de Alaro. Etwas weiter aufwärts
wandernd, erreicht man die auf dem Gipfelplateau liegende Kapelle Nuestra
Señora del Refugi; hier befindet sich ein einfaches Restaurant sowie
eine bescheidene Übernachtungsmöglichkeit. Der Blick von der
Aussichtsterrasse lohnt! Rückweg erfolgt zunächst auf dem gleichen
Weg wie der Aufstieg; an der erwähnten Abzweigung müssen wir
uns jetzt aber links halten und über einen steilen, aber gut begehbaren
Pfad bergab steigen. In etwa 30 Minuten erreicht man eine ehemalige Finca,
die zum Restaurant Es Veger ausgebaut wurde. (Auch hier ist ein Aufenthalt
sehr zu empfehlen.) Das letzte Stück unserer Wanderung führt
uns nun hinunter nach Alaro. Wir benutzen den zum Restaurant führenden
Schotterweg, der schließlich auf die Verbindungsstraße Orient-Alaro
mündet. Nach insgesamt einer reichlichen Stunde Abstieg erreichen
wir das Ortszentrum, wo das Hostal Ca'n Tiu mit seinem Feinschmeckerrestaurant zur Einkehr einlädt.
Port d'Andratx - Sant Elm
Dauer: ca. 3-4 Stunden; vorwiegend Karrenwege, letzter Teil Fußpfade.
Wir beginnen am Parkplatz des Yachthafen
von Port d'Andratx und wandern rechtwinklig zur Hauptstraße in Richtung
Montport in nördlicher Richtung leicht bergan. Nach wenigen Minuten
erreicht man das Gehöft Xanadu (kleines Schild am Tor beachten), wo
wir nach links abbiegen müssen. Die Straße geht jetzt in einen
Weg über; wir passieren ein Eisentor und wandern immer bergan. Es
geht in vielen Serpentinen immer höher hinauf. Nach etwa einer halben
Stunde ist der erste Teil des Anstiegs geschafft, und wir genießen
erstmals einen schönen Blick auf die Südwestküste Mallorcas.
Rechts am Wege sehen wir mehrere alte Kalköfen. Der Weg führt
weiter in nördlicher Richtung. Nicht nach links in einen abwärts
an die Küste führenden Weg abbiegen! Stellenweise ist unser Weg
mit roten oder gelben Farbklecksen markiert. Nach etwa einer Stunde kommt
der einzige Punkt des Weges, an dem man sich evtl. verlaufen kann: Man
muß an einer mit einigen quer gelegten Steinen markierten Stelle
den breiten Weg nach rechts verlassen und auf jetzt sehr schmalem Fußpfad
in Richtung Norden absteigen. Das nun folgende Wegstück ist etwas
beschwerlich und führt ziemlich steil den Hang zur Küste hinab.
Nach kurzer Strecke kommt man auf einen etwas breiteren Weg, dem man nach
links folgt. Er führt in einem weiten Bogen hinunter bis nach Sant
Elm.
Sóller - Fornalutx - Mirador de Ses Barques - Cala Tuent
Dauer: ca. 6 Stunden. Erster Teil Landstraße, dann ausgebaute Wanderwege bzw. Pfade.
Die Tour beginnt in Sóller am Platz vor
der Kirche San Bartolome. Wir wandern bis zum Ende der oberen nach links
wegführenden Straßen und folgen dann dem Wegweiser "Biniaraix
- Fornalutx". Von Fornalutx geht es auf der Hauptstraße teilweise
ziemlich steil bergan, ehe wir nach rechts in die C 710 einbiegen. Etwa
20 Minuten später sind wir am Aussichtspunkt Mirador de Ses Barques.
Von der Aussichtsplattform geht es wenige Schritte zurück und dann
nach links leicht bergab auf einem Fußweg Richtung "Cala Tuent".
Nach etwa einer halben Stunde erreichen wir die erste von drei Fincas.
Nun geht es steil bergan zum Coll de Biniamar (370 m), dann wieder nach
unten. Nach einigen Kehren endet der Schotterweg an einer Feuerstelle.
Jetzt folgen wir einem ziemlich schmalen Pfad nach rechts. Die nächsten
zwei Stunden sind landschaftlich besonders schön. Mit geringen Höhenunterschieden
führt der Weg immer oberhalb der Küste entlang, ehe er sich allmählich
zur Halbinsel Morro d'es Forat senkt. Jetzt geht es nochmals leicht bergan.
Wir passieren an einer Steinmauer eine Pforte und kommen in einen schönen
Mischwald, an dessen Ende wir zunächst eine Finca erreichen und dann
einen breiten Schotterweg zur Bucht Cala Tuent hinabsteigen. Hier muß
man sich von einem Auto abholen lassen.
Colonia de Sant Jordi - Cap de Ses Salines
Dauer: vier bis fünf Stunden, mittlerer Schwierigkeitsgrad.
Von Colonia de Sant Jordi aus führt
die Route nach Süden durch einen der besterhaltenen Küstenstreifen
Mallorcas. Hier wechseln sich felsige Abschnitte mit kleinen, jedoch weitgehend
noch unberührten Stränden ab. Die Platja des Carbo und die Platja
des Caragol faszinieren durch ein umfangreiches Dünensystem mit charakterischer
Vegetation. Direkt an der Küste gedeihen vor allem typische Dünengewächse,
etwas weiter landeinwärts dann Kiefern, Phönizischer Wacholder
und Mastixstrauch. Tierfreunde können auf dieser Tour besonders gut
Seevögel beobachten: die Sturmmöwe, Korallenmöwe, Krähenscharbe
und den Gelbschnabel-Sturmtaucher. Auf den kleinen Inseln vor der Küste
lebt ein seltenes Reptil: die Balearen-Eidechse. Sie kommt nur auf einigen
Inseln Mallorcas, Menorcas und Cabreras vor, und jede Insel hat ihre eigene
Variante hervorgebracht. Erhält man Zutritt zum Gut Sa Vall, lohnt
sich ein Besuch am Estany de ses Gambes und am Estany des Tamarells, zwei
Salzseen, die wegen ihrer Wasservogel-Kolonien (vor allem Stockenten, Löffelenten,
Krickenten und Bekassinen) von überregionalem Interesse sind. Hier
findet man auch die für Feuchtgebiete typische Vegetation: Tamarisken,
Binsen und Gliedermelde.
Nationalpark Cabrera
Das Archipel Cabrera vor der Südküste Mallorcas ist eines der
wenigen noch unberührten Paradiese im gesamten Mittelmeer und wurde
daher von der spanischen Regierung zum Nationalpark erklärt. Die spektakulären
Landschaften und ihre Fauna und Flora machen dieses Archipel, das aus insgesamt
19 Inseln besteht, zu einem ganz besonders schönen Ort für jeden,
der die Natur der Balearen kennenlernen möchte. Jeweils um 9:30 Uhr
und 18:00 Uhr gibt es geführte Touren. Außerdem dann, wenn eines
der Colondrinas, der Ausflugsboote, eintrifft. Wer möchte, kann auch
andere Führungszeiten mit dem Informationsbüro des Parkes vereinbaren
(Telefon: 72 5010 / 724460). Auf der nur 45 Minuten langen Wanderung, die
besonders im Frühling und Sommer zu empfehlen ist, kann man tolle
Fotos, von Natur und Landschaft machen. Sie sollten sich vielleicht ein
kleines Picknick mitnehmen, da man auf Cabrera selbst weder Getränke
noch Speisen kaufen kann.
©  Winfried Schwarzer / Medien
Service Mallorca S.L. 2002-2007
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